Transkript zur Episode: Invasion von Meister Lampe
Philipp: Hallo Daniel.
Daniel: Hallo Philipp.
Philipp: Daniel, wir begeben uns heute auf eine nicht nur sehr weite Reise, sondern auch auf eine Reise, wo ich sagen würde, die fällt in die Kategorie Heldendumm Legacy.
Daniel: Heldendumm Legacy. Okay, das ist, ist das so Klebstoffmäßig oder wo, wo geht’s hin? Was ist, was ist, was ist Sache?
Philipp: Doch, doch, heute geht’s auch ein Stück weit um Klebstoff. Wir erleben Dinge, die doch sich nicht nur zeitlich ähneln, sondern auch sogar in der Art und Weise sehr nah aneinander liegen werden. Und ich habe gehört, dass die Folge, auf die wir heute so ein bisschen zurückgreifen, durchaus ein Fan Favorite sein könnte.
Daniel: Oh, okay, dann bin ich sehr, sehr gespannt, wo es, wo uns die Reise heute hin hinbringt.
Philipp: Und wir haben wieder, und da freue ich mich ja immer am meisten, wenn das der Fall ist, wir haben wieder tolle Namen. Wir haben wieder tolle Namen und auch da ist vielleicht ein bisschen Klebstoff vorhanden.
Daniel: Mhm.
Philipp: Wir haben heute wirklich ganz, ganz viele verschiedene Jahrhunderte zu durchqueren und ich starte rein, da geht’s noch gar nicht um dich, sondern einfach mal mit einer Grundinfo, die ich gerne legen möchte. Und zwar gehen wir zurück ins Jahr 1292.
Daniel: Ach du Scheiße.
Philipp: Da spielt unsere Geschichte nicht, aber wir befinden uns am Ende des 13. Jahrhunderts und das ist natürlich die große Zeit der Entdecker.
Daniel: Du, es zu dieser Zeit kann noch sehr viel entdeckt werden. Also, da die Welt steht quasi einem offen.
Philipp: So ist das und das dachte sich auch Marco Polo.
Daniel: Ach du Scheiße.
Philipp: Marco Polo war in China und wollte zurück nach Italien und ist dann da irgendwie so rumgeschippert und hat dann festgestellt, Moment mal, irgendwo da, da habe ich eine Insel gefunden und da gibt’s ganz viel Gold und Muscheln. Es stellte sich dann irgendwie heraus, dass dieses Land, das Marco Polo entdeckt hatte, irgendwie schon von den Chinesen mal entdeckt worden war. Denn ein chinesischer Kaiser hatte ein Tier von dieser Insel mitgebracht. Und ich beschreibe dir jetzt dieses Tier. Ein Tier mit zwei Beinen und dem Kopf eines Rehs und einem zweiten Kopf am Bauch.
Daniel: Okay. Also, es klingt auf jeden Fall wie ein Alien Mutant.
Philipp: Es ist ein echtes Tier. Es ist ein echtes Tier und welch, also, was was haben, also so süd mal so südlich von China, was könnte da noch so unentdeckt sein so an Ländern im 13. Jahrhundert?
Daniel: Ja, alles mögliche. Also das komplett Südostasien gefühlt.
Philipp: Ja, größer.
Daniel: Oh, du sprichst von Australien.
Philipp: Ich spreche von Australien. Und das Tier, von dem wir sprechen, ist ein Känguru.
Daniel: Ach du Scheiße, natürlich. Es macht Sinn. Natürlich. Zwei Beine, zwei Köpfe.
Philipp: Zwei Beine, zwei Köpfe und der der Kopf eines Rehs. Das gefällt mir besonders gut. Das kommt nicht so ganz nah. Aber ja, und du du siehst, in welche Richtung es heute geht. Kängurus in Australien.
Daniel: Ich ich möchte nur, also alleine das Bild von einem Chinesen, der irgendwo hinreist nach Süden, irgendwie an den Philippinen vorbei, an Indonesien vorbei, kommt in Australien raus und dann kommt ihm dann so ein rehkopfiger Känguru entgegen und haut ihm erstmal eine auf die Fresse.
Philipp: Wahrscheinlich, ja. Wahrscheinlich.
Daniel: So sehe ich das.
Philipp: Wahrscheinlich ist das passiert, aber dieser chinesische Kaiser lebte auch nicht mehr, deswegen konnte man das auch nicht nachprüfen. Das ist so ein bisschen der Beginn, wo die Europäer feststellen, da unten, da gibt’s noch so ein Land.
Daniel: Mhm. Ich finde ich finde schön, dass du Marco Polo als Aufhänger genommen hast, weil der ist ja eh so eine sehr spezielle Figur und man kann eigentlich auch ja, ihm keine Sekunde glauben, weil er sich scheinbar zumindest so viel Bullshit ausgedacht hat, dass diese Geschichte auch überhaupt nicht stimmen muss.
Philipp: Definitiv.
Daniel: Den müssen wir auch noch mal durchnehmen. Den hatten wir schon bei äh bei Kublai Khan angerissen.
Philipp: Richtig. Also Marco Polo ist immer überall irgendwo dabei, wenn irgendwo Entdeckungen gemacht werden, ganz gerne mal oder irgendwas kartiert werden muss. Wir springen jetzt ein bisschen und zwar etwas mehr als 400 Jahre in die Zukunft, ins Jahr 1718. Und da wirst nicht mal du geboren, sondern tatsächlich ein anderer Charakter und das ist jemand, der wo wir endlich jetzt beim beim tollen Heldendumm Namensbingo sind. Lord Sandwich.
Daniel: Jawohl.
Philipp: Lord Sandwich.
Daniel: Ich habe schon mal in irgendeiner Anekdote mal von einem Sandwich gelesen, aber ich bin offen für alles.
Philipp: Also, ich sag’s mal so, Fürst Pückler und Lord Sandwich teilen ein Schicksal und zwar ist ein Essen nach ihnen benannt, denn tatsächlich hat Lord Sandwich das Sandwich erfunden.
Daniel: Ach.
Philipp: Also, es gibt zwei Versionen der Geschichte. Eine, die ist die Legende und eine, die ist die ähm
Daniel: Wahrscheinliche Wahrheit, ja. Mhm.
Philipp: So, die offizielle Version ist, Lord Sandwich hat immer so lange und ausgiebig gearbeitet, dass er gar nicht dazu gekommen ist, überhaupt richtige Mahlzeiten zu sich zu nehmen und hat sich immer nur Schinken in in Brot eingepappt äh bringen lassen. Die Legendenversion, die man sich so erzählt, ist, äh er war spielsüchtig und weil er nicht vom vom Kartenspieltisch aufstehen wollte, hat er sich immer belegte Brote bringen lassen, die er so dann so zusammengeklappt hat und weil äh das dann alle gemacht haben, haben sie dann einen hat sich das dann so in diesem Casino oder wo er da war, als das Sandwich etabliert und dann eben von dort aus hinaus. Aber auch egal, weil es geht heute weder um Lord Sandwich noch um Brote. Es geht aber darum, äh wie ein paar Dinge passiert sind, denn jetzt wird’s wichtig. Was macht so ein englischer Lord äh Ende des 18. Jahrhunderts äh oder Mitte des 18. Jahrhunderts?
Daniel: Polo spielen.
Philipp: Ja, auch, auch. Da wären wir wieder bei Marco Polo, passenderweise. Äh nee, er ist bei der Navy, bei der Royal Navy, die Briten ja damals diese riesige genau diese riesige Flotte, ja, die man kennt. Lord Sandwich hat Kohle, weil er ist ja nicht viel.
Daniel: Ja, arbeitet oder spielt.
Philipp: Genau. Und deswegen finanziert er 1770 eine Expedition eines wiederum anderen Entdeckers. Jetzt sind wir nämlich bei James Cook.
Daniel: Ah ja, den kennt man.
Philipp: James Cook kennt man und James Cook ist dann nach Südostasien gereist und hat da ein paar Inseln entdeckt und nannte sie die Sandwich Inseln.
Daniel: Wie passend? Die Sandwich Inseln. Die gibt es. Die Sandwich Inseln. Es gibt sie. Das ist wie wie Bratwurst bei Wuppertal.
Philipp: Die Bratwurst Inseln. Das wäre noch was.
Daniel: Es gibt die Salamis bei Griechenland.
Philipp: Das stimmt. Das stimmt. Das ist das ist war der wär mal was für ein Charterflug. Ich fliege heute von den Sandwich Inseln äh zu den Salamis und dann zurück, weil nur zusammen kann man großes erschaffen. Ja, äh es geht aber auch wiederum nicht um die Sandwich Inseln, sondern es geht äh um das, was James Cook äh gemacht hat, nämlich er ist äh an die australische Ostküste gefahren. Da war er der erste, der das gemacht hat, weil man damals noch nicht wusste, wie groß dieser dieser Kontinent wirklich ist, denn das war so eine Sache. Die haben damals gedacht, na ja, also, wir haben jetzt hier ganz viel Land gefunden im Norden. Mhm. Aber auf der Südhalbkugel ist ja gar nicht so viel Land, das kann ja nicht sein, das muss ja irgendwie ausgeglichen sein eigentlich.
Daniel: Schöner Gedanke.
Philipp: Und dann hat man gesucht und gesucht und gesucht und gesucht und hat aber ist aber nicht drauf gekommen, wo dieses Land sein könnte. Hat dann Australien deckt, hat sich gedacht, Mensch, das ist aber groß, aber das reicht nicht. Und man fand dann ja erst sehr viel später heraus, dass das Land, was die eigentlich gesucht haben, die Antarktis war.
Daniel: Ah, okay, ja, macht natürlich Sinn, klar.
Philipp: Aber auch da geht’s nicht hin.
Daniel: Wir machen heute viele viele Fähnchen in die in die Erde.
Philipp: Ja, weil das gehört es passt es gehört ja alles zusammen irgendwo, ne? Es ist ja alles irgendwie It’s all connected. The truth is out there.
Daniel: One World.
Philipp: One World. One Love. Ja, jedenfalls Ostküste Australiens James Cook kommt da kommt da längst und sagt, pass auf, hier ist schön. Wir sind Briten, stecken eine Fahne rein, gehört uns.
Daniel: Jawohl.
Philipp: Ja, und Lord Sandwich ist natürlich sofort dabei, wenn gesagt wird, wir besiedeln den Bums hier und trifft dann mit James Cook zusammen die Vorbereitungen und am 13. Mai 1787 sticht die First Fleet nach Australien in See. So, jetzt gibt es diese Geschichte, wie die ersten Leute nach Australien kamen, du kennst sie, sie lautet wie?
Daniel: Äh, weiß ich tatsächlich gar nicht. Da bin ich überhaupt nicht beflügelt.
Philipp: Es waren Strafgefangene.
Daniel: Oh, ja, doch, ich erinnere mich.
Philipp: Es waren Strafgefangene, denn das Problem war, in London gab es ganz viele Sträflinge und die äh für die gab es keinen Platz mehr. Also man hatte gar keinen Gefängnisraum mehr und hat dann irgendwann angefangen, die Leute auf der Themse in Schiffen anzusiedeln äh unter katastrophalen Bedingungen und äh hat sich dann entschieden, na ja gut, wenn die schon mal auf Schiffen sind, dann können die mit den Schiffen auch wegfahren und hat gesagt, geht doch in dieses neue Land da.
Daniel: Ja, da hat man hat man ganz viele Sträflinge, ganz viele verrückte Leute zu ganz vielen verrückten Tieren geschickt.
Philipp: So ist das. Unbewusst. Dazu kommen wir noch. In dieser First Fleet, äh die da in See stach, waren äh ungefähr 1200 Menschen auf 11 Schiffen. Was auch wieder lustig ist, wo wir auch schon wieder bei einem Namenswitz sind, letztlich, ist der Lord, der englische Lord, der diesen Plan ausgearbeitet hat. Das war nicht Lord Sandwich, sondern ein Mitstreiter von ihm, und zwar Lord Sidney.
Daniel: Ah!
Philipp: Ja, rate mal, wo diese Reise endete.
Daniel: Ja. Der hieß nämlich auch nicht aus Zufall so. Also wieder klassisch, ich komme an, stecke ein Fähnchen in die Erde und sage, pass auf, das ist nicht nur meine Stadt, die heißt auch noch so wie ich.
Philipp: Exakt. Exakt. Ja, wie gesagt, im Mai 1787 ging es los, dann fuhr man erstmal äh für alle, die das auf der Karte oder auf dem Globus verfolgen wollen, äh man fuhr erstmal nach Teneriffa, dann ging es äh über den Atlantik nach Rio, also äh quasi man fuhr nach Brasilien. Da hat man natürlich äh ein paar paar Sachen wieder gekauft, ne? Vorräte aufgefüllt und so weiter. Dann ging es äh geht’s äh weiter südlich zum Kap der Guten Hoffnung, also Argentinien, Chile unten.
Daniel: Da waren wir ja letztens schon.
Philipp: Genau, da waren wir letztens schon. Da gibt’s dann den letzten Stop äh vor Australien. Da nimmt man noch mal alles auf, was noch nicht äh äh weg ist an an Materialien, also insbesondere natürlich äh Tiere für Fleisch. Also Rinder, Schweine, Schafe, Hühner, auch Kaninchen werden mitgenommen. Und äh dann ging es über den indischen Ozean quasi ähm zur Ostküste Australiens. Da traf man dann zuerst auf Tasmanien. Tasmanien ist ja so eine kleine vorgelagerte Insel.
Daniel: Genau.
Philipp: Und am 18. Januar war man dann äh so langsam, aber sicher da. Der ursprüngliche Zielort äh war aber nicht geeignet äh zur Besiedlung, deshalb hat man äh sich dann an einem anderen Ort niedergelassen und zwar im Hafen Port Jackson, der dann später am 26. Januar 1787 besiedelt wurde. Die Stadt wurde Sydney genannt und der 26. Januar ist bis heute australischer Nationalfeiertag, allerdings mittlerweile mehr als nur umstritten.
Daniel: Mhm, glaube ich, glaube ich. Ich muss noch mal erwähnen, also, wie auch immer umstritten der Tag ist und wie auch immer umstritten, sagen wir mal, äh die äh Sinnhaftigkeit dieser Mission war. Alter Schwede, Respekt an diese Leute, weil wenn ich mir das alleine schon auf der Karte anschaue, das sind ja, das sind ja Kilometer, die sie zurücklegen.
Philipp: 8 Monate, ne?
Daniel: Ey, das ist eine lange Zeit, das ist eine lange Zeit zu Schiff, das ist, also das da musste ich schon lange einschiffen.
Philipp: Da musst du dich sehr lange einschiffen. Auf die weiteren Umstände dieser Siedlungsgründung brauche ich gar nicht weiter eingehen. Es ist das, was man kennt. Äh die bauen da eine Siedlung, irgendwann finden sie heraus, ach, hier gibt’s ja Menschen. Das erste, was sie machen, ist natürlich einen zu erschießen. Äh dann schicken sie, dann nehmen sie irgendwelche Leute gefangen, schicken die nach England und so weiter und so fort. Alles nicht schön, alles katastrophal.
Daniel: Und alles schon so oft erlebt im Endeffekt, ne? Also die Geschichte, die wiederholt sich ja immer und immer wieder, ne? Äh mit den Spaniern, Australien, alles mögliche, egal, wo wir hingefahren sind, wir weißen Männer so gesehen. Ja.
Philipp: Es ist leider so, was den äh Briten aber keinen Abbruch tat. Also äh ein Jahr später Second Fleet, noch ein Jahr später Third Fleet. Äh immer mehr äh Kolonisten kamen, äh immer mehr sind auch gestorben. Man hat sich nämlich nicht so richtig drum gekümmert, dass es denen gut geht auf der Überfahrt.
Daniel: Vor allem, wer weiß, wie viele Krankheiten sie auch noch eingeschleppt haben. Das muss man auch noch bedenken.
Philipp: Richtig. Äh dazu kommen wir noch.
Daniel: Ah, sehr schön.
Philipp: Zu eingeschleppten Krankheiten kommen wir noch. So langsam entwickelt sich äh in Australien also die Kolonie und wir machen einen kleinen Sprung und zwar 24 Jahre in die Zukunft ins Jahr 1815. Und damit sind wir bei dir, lieber Thomas.
Daniel: Jawohl. Thomas.
Philipp: Thomas Austin ist dein Name und äh du wirst 1815 geboren in Baltonsborough, Baltonsborough, irgendwie eins von beiden wird es sein in England. Äh deine Eltern sind John und Nancy.
Daniel: Klassisch.
Philipp: Und äh sie gehören zu den Menschen, die mit ihrer Familie aus Großbritannien nach Australien auswandern. Also, die gibt es dann irgendwann auch, dass es nicht mehr nur Sträflinge sind, sondern dass auch Menschen ganz normale Briten ähm dann nach Australien auswandern, um dort ihr Glück zu suchen, z.B. äh als Bauern oder ähnliches.
Daniel: Also schon so ein bisschen wilder Westenmäßig, die gehen dahin und gucken, was was ja, was man machen kann, wie man sich übers Wasser halten kann mäßig oder?
Philipp: Ja, schon so ein bisschen, aber natürlich wilder Westen mit ungleich schwierigeren klimatischen Bedingungen. Also Outback und so weiter, da ist ja, da geht ja gar nichts. Ihr wandert aus, da bist du 16 und zwar 1831 geht es für euch nach Hobart Town auf Van Diemens Land. Van Diemens Land ist heute Tasmanien.
Daniel: Mhm.
Philipp: Das heißt, ihr seid gar nicht so richtig auf dem australischen Festland, sage ich mal, sondern ihr seid quasi auf dieser kleinen vorgelagerten Insel in Hobart Town und du bist natürlich in in äh England aufgewachsen, hast auch in England deine Jugend verbracht, hast unter anderem äh bist du äh häufig auf die Jagd gegangen z.B. über deine Ausbildung, weiß ich nicht viel. Ich weiß nur, dass du gerne gejagt hast, insbesondere Hasenjagd hat es dir angetan. Und ähm ja, also ihr habt eine gute Zeit. Ähm ihr seid nämlich mit einer großen Familie da angereist und ihr habt ihr ihr tut viel für die Gemeinschaft, damals half man sich viel gegenseitig. Ihr habt z.B. eine Fähre gebaut über einen äh Fluss, den es da gibt, über den Derwin River, ähm die heißt äh seitdem Austins Ferry. Und äh irgendwann wird es dir aber äh ein bisschen zu langweilig in Tasmanien und deshalb geht’s mit deinem Bruder James 1837 auf das australische Festland in den Bundesstaat Victoria, wo du natürlich Farmer wirst.
Daniel: Was bleibt denn sonst über?
Philipp: Ein guter alter Farmer in Australien. Das kennen wir schon.
Daniel: Das kennen wir sehr gut. Zwar ein bisschen später, aber wir kennen es sehr sehr gut und wir wissen, was äh die Natur quasi mit sich bringt und uns quasi die Hölle heiß machen könnte. Könnte.
Philipp: Also, es geht für dich äh nach Win Chelsea in Bundesstaat Victoria. Du siehst, wenn du das auf einer Karte dir anschaust, das ist nicht weit von Tasmanien äh entfernt und es ist vor allem in der Nähe von Melbourne.
Daniel: Jawohl.
Philipp: Und dort äh bist du unterwegs und kommst dort kommst dort an und lässt dich dort nieder und baust dort deine Farm und zwar sogar auf wirklich phänomenalen 12.000 Hektar.
Daniel: Das ist ordentlich. Das sind viele äh Fußballfelder, würde ich sagen.
Philipp: Das sind definitiv äh viele Fußballfelder. Und deine äh dein ähm ja, wie nennt man das? Dein Anwesen sozusagen, dein großes, deine 12.000 Hektar halt heißt Barwon Park. Und wenn du jetzt bei bei Google Maps ein bisschen hineinzoomst in Win Chelsea, dann findest du Barwon Park Mansion.
Daniel: Jawohl, gefunden.
Philipp: Und Bauen Park Mansion kannst du dir anschauen, das ist dein Haus, in dem du dann in den nächsten Jahren und Jahrzehnten residieren wirst.
Daniel: Oh, von von außen sieht es schon so ein bisschen prunkvoll aus, aber dann habe ich mir Fotos von innen angeguckt und Holla die Waldfee, das ist ja so ein äh also, wenn man sich sag mal Filme oder Serien aus dieser Zeit anguckt, das ist die Kulisse. Und das muss nicht mal in Australien sein.
Philipp: Das stimmt.
Daniel: Also Prunk, Stelle, Pferde, gut Autos, aber nicht damals, aber es sieht schon, also, es sieht schon sehr schick und sehr edel aus. Da muss man sich eine goldene Nase verdient haben vorher. Wer weiß wie.
Philipp: So ist das. Was siehst du um das um das äh Gebäude herum, wenn du jetzt äh auf die Karte schaust?
Daniel: Also, ich sehe Felder bzw. viel Land und ich sehe auch äh eine Winery, falls die relevant ist.
Philipp: Nee, die ist nicht relevant. Ich glaube, die ist neu.
Daniel: Okay. Ja, sonst aber auf jeden Fall ordentlich, ordentlich Land. Land und noch mehr Land.
Philipp: Extrem viel Land. 12.000 Hektar ist eine ganze Menge Holz. Ähm und dort lebst du, dort baust du äh dein Haus und dort äh benutzt du eigentlich die der das Farmland natürlich, um äh vor allem Schafe und Pferde zu züchten. Das ist deine deine Aufgabe, die du übernimmst und das machst du, aber du hast immer eine Verbindung behalten zu deinem englischen Heimatland. Und äh dir fehlt vor allem eins, äh dir fehlt das Jagen. Denn es ist äh in Australien ein bisschen schwer zu jagen.
Daniel: In Australien bist du eher der Gejagte. Je nachdem.
Philipp: Ja, so ist das. Und so wirst du Mitglied in einem Verein und zwar in der Acclimatization Society of Victoria. Was könnte eine Acclimatization Society sein?
Daniel: Also Acclimatization Society klingt für mich wie quasi irgendwas, wo sich irgendjemand eingewöhnen muss. Das Problem ist aber, ich befürchte, dass nicht sich die Menschen eingewöhnen müssen, dass sie jetzt in einem neuen Land sind, in einer neuen äh ja, in der anderen Biosphäre sozusagen hätte ich jetzt beinahe gesagt, sondern dass sie das Land eher akklimatisieren an ihre eigenen Bedürfnisse, wie jetzt, wo du gerade gesagt hast, dass äh ich gerne jage, aber es schwer zu jagen ist.
Philipp: Wie, also, wie stellst du dir das vor? Was könnte man da tun?
Daniel: Na ja, ich sag mal so, wenn ich was jagen möchte, äh dann müsste ich es erstmal herbringen, wenn es nicht schon da ist.
Philipp: Tatsächlich geht es genau darum. Also, es gab früher in in Australien äh gleich mehrere Acclimatization Societies und diese war eben sozusagen der lokale Vertreter. Was diese Acclimatization Societies gemacht haben, ist tatsächlich Tiere, Pflanzen, alles mögliche aus England und aus anderen Kolonien und so weiter nach Australien zu bringen, weil das ja so gut ist und weil man die Sachen ja zu Hause hat und die will man ja hier auch haben.
Daniel: Natürlich mit dem Gedanken, zu dieser Zeit würde ich das fast noch schon verstehen können. Äh das Problem ist aber, wenn man quasi ein Stückchen weiter denkt, dann müsste man wissen, dass bestimmte Pflanzen und bestimmte Tiere aus gutem Grund nicht da sind, weil sie sich da nicht hinentwickelt haben, ne? Und äh da gibt’s äh ich befürchte, dass das Kaninchen äh ein Thema sein könnte, äh gerade, weil ein Kaninchen dafür bekannt ist, äh sich sehr schnell und sehr viel zu verbreiten.
Philipp: Also, äh ihr führt hauptsächlich Vögel ein, tatsächlich.
Daniel: Auch nicht unbedingt gut überall.
Philipp: Nee, äh nicht unbedingt gut überall, insbesondere Spatzen äh und so weiter führt ihr ein. Also für die für die Acclimatization Society, äh selbstverständlich äh katastrophale ökologische Eingriffe teilweise in das in das lokale System, aber erstmal nichts wildes.
Daniel: Okay. Ja wild gibt’s ja genug in in in Australien.
Philipp: Wir gehen ein paar Jahre weiter. 1845 heiratest du deine Frau Elizabeth Philips Harding. Ihr bekommt 11 Kinder.
Daniel: Oh! Also wir waren die Karnickel.
Philipp: Weißt du, was in meinem Skript steht? In meinem Skript steht jetzt, ihr wart nicht die einzigen Rammler.
Daniel: Ah ja.
Philipp: Denn du hast es, du hast es ganz gut erfasst. Die Acclimatization Society äh gutiert das durchaus, dass du gerne Kaninchen noch einführen möchtest. Es gibt schon Kaninchen in Australien, die sind schon mit der First Fleet gekommen, deswegen bin ich darauf äh vorhin extra eingegangen, aber die sterben da. Die werden erstens nur in Gefangenschaft gehalten und zweitens äh überleben die da nicht, weil es gibt da irgendwelche Dingos oder irgendwelche Beuteltiere oder was auch immer äh und dann ist äh aber tschüss Kaninchen.
Daniel: Ja, und vor allem auch, wie du schon vorher sagtest, ne, ein anderes Klima, da muss man sich erstmal akklimatisieren. Haha.
Philipp: So ist das auch, aber du möchtest unbedingt auf Kaninchenjagd gehen, also telegrafierst du Flugs äh in die alte Heimat nach Großbritannien äh zu deinem Neffen William. Denn William, der sitzt da und sagt, alles klar, Kaninchen, ich kümmer mich. Ich fange dir wilde Kaninchen. Jetzt hat der William aber ein Problem. Er muss die ja lebend fangen.
Daniel: Das stimmt.
Philipp: Und das endet damit, dass der William nicht genügend wilde Kaninchen einfach findet. Tatsächlich. Weshalb William auf eine Idee kommt.
Daniel: Die größte Kaninchenfalle der Welt.
Philipp: Nee, viel blöder als das. William geht einfach zu einem Züchter und nimmt Hauskaninchen.
Daniel: Gut, äh ja, Idee vielleicht gar nicht so verkehrt im ersten Augenblick, aber auch da, ich glaube, wenn wilde Kaninchen schon Probleme haben, sich irgendwie draußen zu äh in Australien zu akklimatisieren, wird es für so Hauskaninchen, glaube ich, nicht unbedingt besser.
Philipp: Sollte man meinen. 1859 schickt William jedenfalls 24 Kaninchen einmal um den Globus zu dir.
Daniel: Das ist erstmal nicht so viel. Also 24 Kaninchen.
Philipp: Wilde Kaninchen und Hauskaninchen.
Daniel: Mhm. Alles, was er hatte.
Philipp: Alles, was er gefunden hat. Während der Fahrt beginnen die sich zu vermehren.
Daniel: Stimmt, wenn man 8 Monate unterwegs ist, da geht ja einiges.
Philipp: Da geht einiges. Also, ich sag das mal so, so ein so ein Kaninchenweibchen kann gebären und am gleichen Tag wieder schwanger werden.
Daniel: Ja, Respekt.
Philipp: So ist das und äh diese 24 Kaninchen kommen am ersten Weihnachtstag 1859, also am 25. Dezember bei dir an und du denkst dir zu Weihnachten so ein Kaninchen ist doch super. Ich lasse die mal hier frei. Jetzt ist das Kind, könnte man sagen, in den viel zitierten Brunnen gefallen.
Daniel: Ich glaube nicht nur ein Kind.
Philipp: Daniel, wir haben jetzt 1860. Mhm. Es gibt 24 Kaninchen. Mhm. Wie viele Kaninchen wird es geben in Australien im Jahr 1920?
Daniel: Ich glaube, das kann man mathematisch lösen, das Problem. 24? Es gibt jetzt 24. Du hast 60 Jahre Zeit. Boah. Also, ich war nicht gut Mathe, ne? Aber ich denke mal, da kann man bestimmt so sechs, sieben Nullen dran hängen, oder?
Philipp: Sag mir eine Zahl.
Daniel: Ja, ich sag 24 Millionen.
Philipp: 24 Millionen sagst du, es sind 10 Milliarden.
Daniel: Ach du Scheiße. Ach du Scheiße.
Philipp: Ich möchte noch mal kurz zu zu Protokoll geben, dass eine Milliarde 1000 Millionen sind.
Daniel: Ach du verrammelte Scheiße.
Philipp: Und bei 10 Milliarden Kaninchen hatten die Australier neben ihrem Krieg gegen die Emus einen weiteren Krieg zu kämpfen, nämlich den gegen die Kaninchen.
Daniel: Das das ergibt jetzt doppeltsinn. Weil die Lösung des Emu Problems waren diese Kaninchennetze, aber da habe ich nie drüber nachgedacht, dass diese Kaninchennetze ja irgendwie ja einen Zweck und einen Grund haben müssen.
Philipp: Richtig. Richtig. Es war, wir kommen da gleich zu. Ich gehe da gleich detailliert drauf ein. Es war tatsächlich, weil 10 Milliarden Kaninchen Australien, man muss es so sagen, überrannt haben. Aber wie kam das denn jetzt? Die waren doch eigentlich gar nicht in der Lage.
Daniel: Ich ich muss kurz parallel noch was googeln, ganz ganz schnell. Wann hast du gerade gesagt 1900 wie viel?
Philipp: Wir sind jetzt 1920. 16 äh es gibt 10 Milliarden Kaninchen.
Daniel: 1920, ja? Sekunde.
Philipp: Natürlich passiert in den 60 Jahren jetzt noch was, da kommen wir noch zu, ne? Aber
Daniel: 1920 hatten wir 2 Milliarden Menschen auf der Welt.
Philipp: Fünfmal so viele Kaninchen nur in Australien.
Daniel: Aus 24.
Philipp: So ist das.
Daniel: Alter Schwede, wir können froh sein, dass wir Menschen 9 bis 10 Monate brauchen, um neuen Menschen zu machen und dann mindestens ein Jahr Pause brauchen.
Philipp: Ja, und vor allem äh kommen da ja auch meistens, also es gibt ja sehr wenige Fälle, wo dann auch mehr als ein Mensch geboren wird pro Mal.
Daniel: Ja. Und das muss auch noch klappen, grundsätzlich.
Philipp: Genau, das muss erstmal noch klappen und dann musst du ja davon ausgehen, dass das Kind dann biologisch erstmal mindestens 13 Jahre oder so braucht, um da überhaupt selber aktiv werden zu können. Das sind ganz andere Zeitschienen, über die wir da reden.
Daniel: Das ist tatsächlich äh ja, das Kaninchen rammelt halt auf der Überholspur.
Philipp: Das Kaninchen rammelt, was das Zeug hält und äh es hat sich ein Problem entwickelt beim Rammeln bzw. nicht für die Kaninchen, sondern für die Menschen und zwar der der das das Hauskaninchen und das wilde Kaninchen bilden den perfekten Hybriden.
Daniel: Das wäre nämlich meine nächste Frage gewesen, wenn man nämlich zwei Arten zueinander bringt, die eigentlich wahrscheinlich in der freien Natur in England oder wo auch immer nicht unbedingt kombiniert worden sind oder zumindest nicht erforscht wurde, was passiert, wenn die beiden sich kombinieren, aber wenn du halt das das das Uber Kaninchen daraus äh produzierst, da sind schwierig.
Philipp: Das ist der Taxi. Es rammelt dich dahin, wo du hin willst. Ja, das ist glaube ich bei bei Uberfahrern auch nicht immer so selten. Dieser Hybrid, dieser dieser Kaninchen Hybrid ist wirklich der Magnum Opus äh der Genetik und dazu kommt noch, weil die sich so schnell vermehren, ist der Genpool natürlich ähm so, dass du natürlich eine also quasi mehr oder weniger eine beschleunigte Evolution hast. Du entwickelst sehr schnell Resistenzen und sowas, weil du eine relativ große Gruppe einfach hast. Ja? Äh und relativ schnell sich Veränderungen ergeben können. Das Problem ist, äh nicht nur, dass die Kaninchen rammeln äh wie die wie die Irren, sondern es hat äh in Australien auch noch mal eine Änderung äh der Politik stattgefunden.
Daniel: Ja, no shit.
Philipp: Äh und zwar hat man weite Teile, äh die vorher unbesiedelt waren, quasi in Weideland umgewandelt, um da was anzubauen oder um da Schafe hin äh zu packen oder sowas. Und ähm das hat den natürlichen Lebensraum natürlich der Raubtiere eingeschränkt, die wurden dann natürlich rausgedrängt. Also diese diese Dingos, diese äh australischen Hunde und so, äh alles was da an Raubtieren war, war dann weg, weil da waren jetzt eingezäuntes Weideland und somit war da auch ein bisschen mehr Platz für so ein Kaninchen. Das Problem an Kaninchen ist aber ein anderes. Was macht so ein Kaninchen den ganzen Tag?
Daniel: Ja, fressen, schlafen, rammeln.
Philipp: Ganz genau und was macht und wie bewegt sich ein Kaninchen?
Daniel: Schnell, also zügig hätte ich jetzt gesagt.
Philipp: Ja, auf welche Art und Weise, meine ich jetzt?
Daniel: Ja, hoppelnd halt.
Philipp: Es hoppelt. Das Kaninchen hoppelt. Was macht das mit einem Boden, wenn da 10 Milliarden Kaninchen drüber hoppeln?
Daniel: Das macht den Boden wahrscheinlich fest.
Philipp: Und was fressen Kaninchen?
Daniel: Alles, was dort wächst.
Philipp: Exakt. Was ist also noch da, nachdem die Kaninchen da waren?
Daniel: Also weder was zu fressen, noch was zum einpflanzen, nehme ich mal an.
Philipp: Ganz genau. Es ist nichts mehr da. Es da wächst kein Gras mehr, es ist einfach nur Staubwüste.
Daniel: Ich ich finde es schön, wie wir gerade so ein bisschen die Herleitung machen, was passiert, wenn einfach eine Armee von Kaninchen sich fortbewegt, nicht nur fortpflanzt, sondern auch fortbewegt, aber ich meine, das ist so, es ist eigentlich völlig logisch. Es ist es ist völlig logisch. Aber da muss man sich halt die Gedanken halt mal machen, bevor man gut, da wird 24 Kaninchen hätte das keiner gedacht. Mich würde ja tatsächlich nur interessieren, äh ich weiß nicht, ob du da Zahlen hast, wenn 24 Kaninchen losgeschickt wurden, wie viele da ankam schon. Das wäre schon interessant gewesen.
Philipp: Nee, es gibt keine Zahlen, aber ich sage dir, äh es wurden nicht mal 24 Kaninchen am Ende ausgesetzt, sondern, also äh überlebt haben nur 13. Also es wurden 24 ausgesetzt, 13 haben überlebt. Das heißt, äh es gibt heute Genanalysen, die zurückreichen bis in das Jahr 1859 für alle Karnickel in äh oder Kaninchen in äh Australien und es lässt sich zurückverfolgen, dass irgendwie irgendwas in den hohen 90 % der Kaninchenpopulation in Australien auf 13 Kaninchen zurückgeht und zwar deine 13 Kaninchen. Natürlich. Ich ich nehme an, also du hast mindestens 11 geschossen plus die, die sich noch vermehrt hatten, während der Fahrt schon. Also du hast vielleicht am Ende 20 Kaninchen oder so geschossen, aber 13 waren halt weg.
Daniel: Das ist der Hammer.
Philipp: Die Kaninchen ziehen marodierend durchs Land. Erst 13, dann ein paar tausend, dann ein paar Millionen, dann ein paar Milliarden. Man baut Zäune.
Daniel: Ja. Das ist ja offiziell ja die einzige Lösung, die mir jetzt parat äh liegen würde. Aus aus der Erfahrung.
Philipp: Kaninchen springen drüber.
Daniel: Man baut höhere. Ey, wir machen das, du erzählst mir gerade die Geschichte, die ich dir vor ein paar Jahren erzählt habe. Man baut höhere Zäune.
Philipp: Problem, die Kaninchen gehen drunter her.
Daniel: Man holt ein dreiköpfiges Kommando mit Maschinengewehr auf einem äh auf einem Transporter und versucht sie so zu erschießen.
Philipp: Das hat man auch versucht. Ich weiß nicht, ob es ein Kommando auf dem Transporter war, jedenfalls hat man es mit Massenerschießungen versucht, aber man stellte fest, wir haben keine Milliarden Patronen.
Daniel: Ich würde sagen, die vermehren sich wahrscheinlich schneller als die Fabrik Patronen produzieren kann. Also
Philipp: Es gibt und das ist jetzt wirklich grausam, wenn ihr wenn ihr ein wenn ihr ein großes Herz für Tiere habt und sowas nicht hören könnt, dann hört jetzt bitte weg. Kleiner Disclaimer. Man hat einen eigenen Kaninchen Bulldozer gebaut, der einfach über die Kaninchen drüber gefahren ist und so viele wie möglich einfach zerstören sollte.
Daniel: Es ist einfach wow. Also, ich wir hatten schon mal, da hatten wir die Episode doch, wir hatten schon mal eine Episode, wo es äh wo es Hunde in London gab, die die Ratten gejagt haben, wo man so Pools von Ratten äh wo die Rattenfänger, die die Ratten gefangen hatten, die alle in Pool geschmissen haben und dann kam der Terrier und hat die alle zerfetzt. Das war schon nicht schön. Richtig. für keine Beteiligten. Außer vielleicht für die Leute, die da irgendwie Wetten abgeschlossen haben. Für die war es offensichtlich irgendwie entspannt und äh aber ne, wenn man jetzt wirklich drüber nachdenkt, keine schöne Sache. Jetzt haben wir den den den Kanickel Killdozer, äh der da einfach durchbrettert, ist auch nicht schön. Also überhaupt nicht schön. Mir gefällt das überhaupt nicht, weil ich nicht weiß, wie man diese, also, weißt du, der Punkt ist, ich gehe jetzt davon aus, dass wir heute in 2025, wo wir die Episode aufnehmen, die Kanickel unter Kontrolle haben in irgendeiner Art und Weise, aber dazu kommen wir bestimmt gleich noch. Aber äh ich meine, weißt du, wir kommen von oh, ich schieße mal sieben Kaninchen mit meinem Revolver oder Gewehr oder wie auch immer, dann später, wir versuchen die zu zu umzäunen, weil es so viele sind. Dann später wir bauen einen scheiß Bulldozer, der die platt fährt. Die Ausmaße gehen Richtung Todesstern.
Philipp: Das ist richtig. Und ich kann dir sagen, wir kommen noch zu Kriegsführung im ABC-Bereich.
Daniel: Ach du Scheiße.
Philipp: Aber zunächst sind wir, also, ich fange mal am Anfang an. Wir gehen mal ins Jahr 1901. Jetzt mal, gehen wir ein paar Jahre zurück. Fangen wir noch mal an damit, wie man wie man sich anfangs gedacht hat, man könne der Sache her werden. Man hat gesagt, wir wir stellen Fallen.
Daniel: Ja.
Philipp: Gescheitert, reicht nicht. Abschießen rechnet sich nicht.
Daniel: Schwierig.
Philipp: Dann hat man versucht, äh so Kaninchenbauten in die Luft zu sprengen.
Daniel: Unangenehm, aber kreativ.
Philipp: Ja, hat aber auch nichts gebracht, weil die meisten Kaninchen waren halt einfach nicht da und so schnell kommst du gar nicht, also, wir wir reden hier auch über eine über ja riesige Distanzen. Ja. ne? Australien ist ja riesig.
Daniel: Vor allem so ein Kaninchen kann auch draußen rammeln und äh braucht da kein Heim. Die die sind da FKK-mäßig vollkommen offen.
Philipp: Das ist den ist alles egal. Dann hat man 1901 angefangen, den Rabbit Proof Fence zu bauen. Der Rabbit Proof Fence ist das, was am Ende dann der äh auch den Emus
Daniel: zu Verhängnis wurde, ja.
Philipp: zu Verhängnis wurde. 3000 km Zaun, 3000 km.
Daniel: Das ist übrigens 315 km länger als der Atlantikwall. Möchte ich nur erwähnen. Das ist ja schlimmer als DDay.
Philipp: So, ich ich schicke dir jetzt ein Foto. Moment.
Daniel: Ja, es ist einfach die Grenze zwischen USA und Mexiko, wenn so wie es Trump sich gewünscht hat, aber nicht geklappt hat am Anfang.
Philipp: Sag mir, was du auf der einen Seite des Zauns siehst und sag mir, was du auf der anderen Seite des Zauns siehst.
Daniel: Also, ich sehe auf der einen Seite sehe ich Horizont. Ja, es ist ein Zaun, es ist ein Zaun, es ist vor allem ein Zaun, der so ein bisschen gebogen ist oben, äh damit die Guten wahrscheinlich nicht rüber hüpfen können, aber ich sehe aber auch Straßen, wird da patroulliert, ist das also, es sieht wirklich aus wie so eine Grenze zwischen zwei Ländern.
Philipp: Definitiv. Und es ist auch ein bisschen so. 3000 km ist das Ding lang.
Daniel: Okay, ich sehe, ich sehe drei Zäune, die quasi West Australien in Zonen unterteilt zu haben scheint. Also, das ist ja wirklich hier Spaltung.
Philipp: Ja, das ist so. Also, man ist äh man man man hat äh drei Zäune gebaut und der längste davon ist halt ganz Australien lang, von Norden nach Süden.
Daniel: Es ist, also zum Verständnis, der der Längstzaun, nenne ich jetzt mal, der Hochkantzaun, Mhm. war ja dazu gedacht, damit man jetzt, weil ich oder anders, ich nehme an, zu der Zeit und wahrscheinlich heutzutage, ich kenne mich mit Australien leider sehr wenig aus, aber ich gehe davon aus, dass alles, was sag mal Richtung Zentralaustralien geht, immer unbewohnter sein wird. Mhm. Einfach wegen des Klimas, wegen äh der Geographie, wegen allem möglichen. Das heißt, die Menschen siedeln sich eh immer am Wasser an, grundsätzlich. Bedeutet das, dass wir diesen Zaun jetzt nutzen, um quasi die Kaninchen Richtung Inland zu pressen, damit die die Menschen sich am Wasser ansiedeln können, also weiter im Westen und die Kaninchen, sag mal, die Ostgrenze nicht über überqueren können.
Philipp: Um zurück zum Zaun zu kommen.
Daniel: Back to the back to the fence.
Philipp: Back to the fence. Man hat diesen Zaun gebaut und du hast gerade gesagt, fahren die da Patrouille. Nicht mehr. Aber ich sag dir, es gab in Australien Kanincheninspektoren.
Daniel: Kanincheninspektoren, natürlich.
Philipp: Die auf Kamelen den Zaun abgeritten sind.
Daniel: Na. Stopp. Wie gesagt, ich kenne mich nicht unbedingt mit Australien aus und auch nicht unbedingt mit der Flora und Fauna, aber ich höre gerade zum ersten Mal Kamele in Australien. Wurden die etwa auch mitgebracht, um gegen die Kaninchen zu kämpfen?
Philipp: Also in direkt. Also, ich also, ich würde lügen, wenn es falsch wäre.
Daniel: Es ist
Philipp: Es gibt es gibt die also die Kamele sind da nicht heimisch, nein.
Daniel: Ist das ist das durchleben wir gerade eine South Park Episode?
Philipp: Ein bisschen schon. Ein bisschen schon. Also es gibt in äh Australien 300.000 Kamele und 1 Million Dromedare und früher wurden die eingesetzt, um tatsächlich die Kaninchen Inspektoren am Zaun auf und ab patroullieren zu lassen, um zu gucken, dass der Zaun nicht überschritten wird. Das Problem ist, das hat nicht geklappt.
Daniel: Ja, natürlich nicht. Wie denn sonst? Also, ich meine, 3000 km willst du ablaufen mit einem Kamel. Ich meine, wir hatten schon längere Strecken wahrscheinlich und viel wichtigere Strecken, na, wichtiger ist falsch, aber wir haben verschiedene Strecken schon mit Kamelen in der Heldendum Geschichte, sag mal abgetreten. Zurückgelegt. Zurückgelegt, aber äh ganz ehrlich, also das sind ganz andere Dimensionen, weil du bist ja nicht nur auf Strecke, du bist ja auch noch auf auf der auf der Hut.
Philipp: Und jetzt mal auch mal angenommen, ich meine, wir sprechen jetzt hier von Millionen, von Milliarden von den Kollegen. Und äh ich meine, sogar jetzt angenommen, man würde eine große Menge schießen, fangen, wie auch immer, was machst du mit dem ganzen mit der Biomasse, die übrig bleibt? Ich meine, so viele Hüte kannst du nicht machen.
Philipp: Also das Fell wurde tatsächlich verkauft und das Fleisch wurde gegessen. Also man konnte da relativ viel draus machen.
Daniel: Okay.
Philipp: Man braucht sich wenig wenig Sorgen machen, lange Zeit darüber, ob genug Kaninchenfleisch da ist. Heutzutage ist das anders, früher war das so, dass Kaninchenfleisch gab es an jeder Ecke quasi in in Australien, weil Kaninchen waren eine äh Masse, die nicht ausging.
Daniel: Ja, natürlich, natürlich.
Philipp: Jetzt haben wir den Zaun, jetzt haben wir den Kaninchen Killdozer, wir haben Erschießungskommandos und wir haben Sprengstoff. Was ist die nächste Eskalationsstufe? Atombombe gibt’s ja noch nicht.
Daniel: Also ich sehe eigentlich Marine Zerstörer, die aufs Festland schießen. Man man man sagt ja mit Kanonen auf Spatzen schießen, also auf Kanonen auf Kaninchen schießen sehe ich auch.
Philipp: Welche, also wir befinden uns ja so ungefähr in der Zeit des Ersten Weltkriegs.
Daniel: Ja, da werden wir bei deinen ABC. Äh gut, äh sind wir jetzt gerade, also nehmen wir alles aus dem Weltkrieg dabei, bauen wir auch quasi Gräben, wo wir uns verstecken, während das Giftgas, das Senfgas dann entlang schleicht.
Philipp: Nein, äh es gibt kein Senfgas, sondern wir schmeißen eine Phosphorbombe ab.
Daniel: Natürlich, eine Phosphorbombe. Klar. Warum warum nicht einfach vielleicht auch noch einfach Thermit und anzünden.
Philipp: Es wird, es also es wird versucht tatsächlich mit Phosphor und mit ich weiß nicht, was es macht, es stand da Natriumfluorazetat.
Daniel: Ich nehme an, es brennt.
Philipp: Es brennt, versucht der Sache her zu werden. Äh das hat auch tatsächlich teilweise geholfen. Dann ist man dahin gegangen und hat festgestellt, na ja gut, jetzt sind die Kaninchen weg, aber hier wird trotzdem nie wieder was wachsen. Ja. Äh Ziel verfehlt. Machen wir nicht mehr.
Daniel: Operation verbrannte Erde.
Philipp: Ja.
Daniel: Also ich meine meine meine Parallelidee wäre und ich befürchte, darauf wird es hinauslaufen, weil das einfach so dumm ist, äh dass man sich überlegt, natürliche Feinde des Kaninchen einfach mal einzuschleusen und dann daraus das nächste Problem macht. Das würde halt weniger die Erde zerstören, aber wahrscheinlich mehr die Menschen und oder die Pflanzen, die sonst noch existieren.
Philipp: Dann bist du wirklich bei Hunger Games, ne? Dann ist Australien wirklich Hunger Games. Jeder gegen jeden. Wir wir lassen alle Tierarten hier los und der der stärkste gewinnt.
Daniel: Ich meine, ist das nicht die Definition von Australien schon so grundsätzlich?
Philipp: Ein bisschen schon. Ein bisschen schon. Aber äh ich sage dir, es ist nichts dergleichen.
Daniel: Ich glaube, wir tun, wir tun gerade Australien richtig unrecht. Kann das sein?
Philipp: Ja, bestimmt, bestimmt, aber Australien hat auch hat auch sagen wir mal diverse Probleme mit Tieren. Ja. Und das bekommt man auch mit in Uruguay.
Daniel: In Uruguay.
Philipp: In Uruguay. In Uruguay wohnt ein Italiener und zwar Giuseppe Sanarelli. Und Giuseppe Sanarelli hat eine medizinische Ausbildung, der ist Arzt und äh er isoliert zum ersten Mal im Jahr 1896 das sogenannte Myxomavirus.
Daniel: Okay.
Philipp: Das Myxomavirus, das ist ein sogenanntes ja, also es ist ein Pockenvirus. Mhm. Ein Pockenvirus, das Kaninchen in erster Linie befällt und äh diese Myxomatose, wie die Krankheit heißt, ist wirklich eine ziemlich grausame Krankheit und zwar sorgt sie für schwere Entzündungen und äh zwar im am Kaninchen. Also die Augen schwillen zu, die Ohren, am Kopf entstehen so äh ja, fast schon so Tumorartige Dinge und das Kaninchen stirbt in 99 % der Fälle.
Daniel: Aber wahrscheinlich quälend und langsam.
Philipp: Insbesondere das europäische Kaninchen. Das südamerikanische Kaninchen interessiert sich dafür gar nicht. Das ist nicht anfällig, die kriegen das zwar, aber die sterben daran nicht. Das geht dann wieder vorbei und ist äh erledigt. Das europäische Kaninchen kann das nicht und auch das australische Kaninchen hat eine Sterblichkeitsrate von 99 % bei diesem Virus. Das konnte man 1950 erstmals einsetzen und hat das dann auch im großen Stil gemacht. Also, man hat wirklich 1950 alles, was nicht bei drei auf dem Baum war, mit dem Myxomavirus äh ich weiß gar nicht, besprüht, Giftköder ausgelegt, keine Ahnung. 99 % Sterblichkeitsrate, aber ich sagte gerade, die Kaninchen rammeln schnell und entwickeln schnell eine Resistenz. Und seither ist beim äh australischen Kaninchen die Sterblichkeitsrate auf ungefähr die Hälfte gesunken.
Daniel: Okay, das heißt immer noch gefährlich für die, aber tatsächlich nicht mehr so effektiv, wie man sich das zumindest für den Zeitpunkt wünschen würde. Verstehe.
Philipp: Genau. Und äh das führte dazu, dass die äh Kaninchenpopulation äh von diesen 10 Milliarden, über die wir gesprochen haben, sich jetzt nur noch in Anführungsstrichen bei ein paar hundert Millionen befindet.
Daniel: Mhm.
Philipp: Ich glaube, ich habe 200 Millionen gelesen. Man hat dann, um das um das abzukürzen, weil dann wirklich nicht mehr so viel passiert ist. Äh man hat dann äh in den 90ern noch einen weiteren Virus äh entdeckt, den man auch freigesetzt hat und hat dort auch noch mal sehr viele Kaninchen mit umgebracht auf einer anderen Art und Weise. Mittlerweile hat man ähm vor mit äh genetischen Methoden was zu machen, damit die Kaninchen sich nicht mehr fortpflanzen können. Quasi denen Genom zu entnehmen, dass die Fortpflanzung behindert, damit die sich quasi nicht mehr vermehren.
Daniel: Moment, ich muss muss mal kurz einen Schritt zurückgehen. Hast du gerade gesagt, mittlerweile im Sinne von, wir sprechen von heute von mehreren 100 Millionen, 200 Millionen.
Philipp: Heute 200 Millionen Kaninchen.
Daniel: Ach du Scheiße. Das heißt, man hat das in Anführungsstrichen in Griff bekommen, aber mit fucking Biowaffen.
Philipp: Richtig. So ist das. Man hat gegen die Kaninchen, die das Land überrannt haben, Biowaffen eingesetzt und ich weiß nicht, wie viele Menschen in Australien leben, aber es dürfte sich nicht so viel tun, was Menschen und Kaninchen angeht.
Daniel: Ich gucke es mal ganz kurz nach. Australien Bevölkerung.
Philipp: In Australien wohnen 27 Millionen Leute. Ich habe sie massiv überschätzt.
Daniel: Wow. Wow. Es ist so heftig, wenn ich so drüber nachdenke, äh Wissenschaftler haben irgendwelche Viren und Genome und so weiter irgendwie isoliert und versuchen daraus eine oder haben erfolgreich daraus eine Biowaffe gebaut. Du kannst ja sag mal mit dem Ziel Kaninchen auszurotten, kannst du das ja machen, aber man darf nicht vergessen, dass du nicht unbedingt ausschließen kannst, dass andere Tiere oder halt auch Menschen oder Pflanzen oder alles mögliche irgendwie davon irgendwie befallen sein kann und irgendwelche Sachen mutieren und was weiß ich. Ich meine, das klingt ja so ein bisschen äh hier hinein fantasiert, ja, aber wenn man sich so Fallout Red Scorpions anguckt, ja, die sind äh ich meine, die sind ja äh in in der Fiktion quasi hier radioaktiv überstrahlt und so weiter und so fort, aber so ein Virus kann ja mit einem Tier auch was anstellen, ne? Und vor allem äh dann lass es, lass das Kaninchen halt sterben, dann kommt irgendein Coyote frisst den und hat das Virus dann in sich, das bricht vielleicht nicht aus, aber dann frisst irgendein anderes Tier dieses Tier und keine Ahnung, was da sonst passiert und dann hast du am Ende diese riesen Viecher, die da irgendwie da ankommen und äh keine Ahnung, irgendwelche Resistenzen gegen sonst was entwickeln und äh dann irgendwann mal wir sind bei was 27 Millionen Menschen. Äh, da werden es irgendwann mal weniger Menschen und mehr äh weiß ich nicht, riesen Hunde oder so.
Philipp: Wie heißen die noch mal? Todeskralen.
Daniel: Genau, Todeskralen.
Philipp: Also, es ist wirklich bizarr. Du hast erst, hast du 13 Kaninchen. Dann hast du plötzlich ein paar tausend Kaninchen, dann hast du plötzlich Milliarden Kaninchen, dann baust du einen Zaun, der hilft nicht, dann baust du einen fucking Bulldozer, der hilft auch nicht. Dann sagst du, alles klar, Phosphor, hilft auch nicht. Dann setzt du eine Biowaffe ein, die hilft
Daniel: Und das ist auch das hilft okay.
Philipp: Die hilft okay, ganz genau, aber immer noch nicht ausreichend. Also, äh es gibt immer noch 200 Millionen Kaninchen und der der gesamtwirtschaftliche Schaden in australischen Dollarn ist pro Jahr eine Milliarde Dollar.
Daniel: Ja, und da sind die Emus nicht eingerechnet, die auch noch ein Problem hatten zwischendurch oder waren.
Philipp: Genau, da ist der da ist der Krieg gegen die, also der der Australier an sich ist äh häufig im Krieg mit der lokalen Fauna.
Daniel: Das ist ja, das wäre ja schon ohne den Europäer Fakt. Richtig. Weißt du, ohne die ohne die Briten, ohne die Europäer wäre das ja alles schon schlimm genug dort, weil wenn da Menschen Wortes Fuß fassen möchte und ich glaube, die Natives, die da gelebt haben und immer noch leben, ey, die werden schon ihre eigenen Probleme mit der lokalen lokalen Fauna und aber Flora wahrscheinlich haben und dann kommt das gemeine ja vielleicht noch nicht mal das gemeine Kanickel. Das mutierte Kanickel. Äh heftig. Und das ist nur, weil der gute Thomas, richtig?
Philipp: Thomas, genau.
Daniel: Dass der gute Thomas sich gedacht hat, ey, ich würde jetzt gerne mal ein bisschen äh ein Kanickel schießen zum Abendessen.
Philipp: Ganz genau. Der Thomas ist übrigens 1871 gestorben und hat gar nicht mehr mitbekommen, was er der Welt
Daniel: hinterlassen hat. Ja, danke.
Philipp: Wow, also man man braucht es nicht zu unterschätzen. Kaninchen gehören nach wie vor äh zu den großen Problemen, die die äh australische Landwirtschaft hat. Es sind immer noch zu viele und man ist jetzt natürlich auch in einer anderen Zeit. Du kannst jetzt heute nicht mehr Kaninchen im großen Stil erschießen oder Bauten sprengen oder sowas. Das kriegst du nicht mehr hin, das ist gesellschaftlich nicht mehr unbedingt akzeptabel.
Daniel: Also machen kannst du es. Ist halt nur die Frage, was die Konsequenzen daraus sind.
Philipp: Ganz genau, ganz genau. Also, ähm man macht heute schon immer noch viel auch also, man bringt die halt um im großen Stil immer noch, ne? Und jetzt ist halt das Ziel, ich habe das vorhin schon mal kurz erwähnt, so ein bisschen Crispermäßig da an den Genen äh rumzuarbeiten und dafür zu sorgen, dass die halt in ihren Genen Veränderungen haben, aber das musst du ja auch erstmal auf 200 Millionen Kaninchen anwenden.
Daniel: Das ist, das wäre nämlich die nächste Frage, wie das funktionieren soll, weil ich meine, du kannst ja ein Kaninchen irgendwie genetisch, wie auch immer das mit Crisper funktioniert. Ich weiß, dass das geht, aber ich habe es noch nie verstanden. Ne? Du schneidest da ein bisschen rum, äh entfernst da Geteile, fügst da irgendwelche hinzu, aber wie funktioniert das? Dann musst du ein Kaninchen daraus quasi, also aus einer aus einer Zelle äh heranwachsen lassen und das rammelt dann die quasi die die die die Gen die Gene in die in die Kinder. Also, du weißt, was ich meine, ne? Es ist es es ist schwer, das ist schwer greifbar.
Philipp: Äh genau wie 200 Millionen Kaninchen schwer greifbar sind.
Daniel: Ja, absolut.
Philipp: Ja, das ist die Lage. Das ist die Lage. Der zweite große australische Krieg ist der Kaninchenkrieg.
Daniel: Ich erwarte tatsächlich, dass die Kaninchen aus dem Untergrund so Kaninchen.
Philipp: Killer Kaninchen.
Daniel: Die Killer Kaninchen, die in ihren Bauten sitzen, die ich meine, die graben ja. Ich weiß ja gar nicht, wie tief so Kaninchen graben, aber ich denke mal schon gutes Stück.
Philipp: Gute Frage. Weiß ich nicht.
Daniel: Also spätestens, spätestens, wenn die Kaninchen soweit zurückgedrängt werden mit Biowaffen und allem anderen, ich glaube, die werden an der nördlichsten Spitze von Australien werden die anfangen Tunnel zu graben. Und dann kommen sie Papa Neu Guinea raus und dann verbreiten sie sich über Indonesien, über Malaysia und dann werden die irgendwann mal nach China über Russland wieder zurück nach London kommen.
Philipp: Weißt du, das ist so wie bei Risiko, wenn du wenn du drei gleiche Karten hast und dann irgendwie 34 Truppen gleichzeitig bekommst und dann einfach über die ganze Karte marschieren kannst. Das sind die Kaninchen in Australien. Aber die Frage ist natürlich, das das australische Kaninchen hat natürlich nur diesen Vorteil, weil es halt in Australien ist, ne? Weil die Fressfeinde nicht da sind in dem Maße.
Daniel: Ja, aber jetzt mal, es war natürlich dahingeredet, ne? Aber jetzt stell mal vor, das Kaninchen kommt Papua Neu Guinea raus. Da gibt’s natürlich andere Fressfeinde, aber du hast immer noch den Rammelvorteil.
Philipp: Der Rammelvorteil, ja, du musst schneller rammeln als dich. Ja, und das ist, das Kaninchen kann sich ja nicht wehren. Das Kaninchen ist auch nicht sehr schnell. Das heißt, um Evolutionstechnisch zu überleben, muss das Kaninchen mit Masse kontern. Und da musst du halt schnell rammeln.
Daniel: Ist quasi ein Zerg Rush.
Philipp: Es ist äh der Wahnsinn, um es kurz zu machen.
Daniel: Absolut. Ja, mir war das alles nicht klar. Also, ich wusste, dass es Kaninchen gab. Also, dass Kaninchen ein Problem sein könnten, das war ja aus der aus der Emo Episode ja äh quasi sich zu erschließen. Äh mir war aber nicht bewusst, dass das so ein Problem ist.
Philipp: Also, ich habe das mehrfach durchgecheckt, ob diese Zahl 10 Milliarden korrekt ist, weil ich konnte es mir nicht vorstellen, dass es 10 Milliarden sein könnten. Aber ich habe jetzt mehrere Quellen gefunden, die das übereinstimmend mitteilen.
Daniel: Es klingt völlig unrealistisch, aber ey, ganz ehrlich, das Kaninchen macht, was das Kaninchen tut, ne? Also
Philipp: Kaninchen’s gotta do what a Kaninchen’s gotta do.
Daniel: Jawohl.
Philipp: In diesem Sinne. Goodbye. Danke schön fürs Zuhören.
Daniel: Ebenso. Bis dann.
